Diskussion “Rechtsruck” – Dumm und rechts

Diskussion “Rechtsruck” – Dumm und rechtsLesereinsendung von kaliyuga, Diskussionsbeitrag zum Thema Rechtrsruck

Bis zum letzten Atemzug werde ich mich für den Holocaust schämen!

Wer wie ich wach in den Trümmern der Nachkriegszeit aufgewachsen ist, ein Blitzbotenmädel und einen Offizier der Wehrmacht zu Eltern hatte, von »entnazifizierten« Pädagogen erzogen wurde, etliche akademisch gebildete Dünkelbürger-Familien mit goldener Nazi-Vergangenheit kennt, d.h. immer wieder die Zählebigkeit braunen Gedankenguts nicht nur im Hinterwald hat feststellen müssen, ahnt, was Deutschland blüht, sollte die AfD an die Macht kommen: Dumme und Rechte rotten sich so gerne zusammen!

Dummheit, die Kehrseite menschlicher Vernunft, ist so alt wie der Homo Sapiens und so unbesiegbar wie der Tod. Sie ist gerecht auf alle Völker verteilt und kann auch in der Intelligenz hausen. Sie reinkarniert in mannigfaltigen Erscheinungsformen, etwa Denkschwäche, Stumpf-, Flach- und Leichtsinn, dummdreiste Lautstärke, einfältige Leichtgläubigkeit, sektarische Verbohrtheit oder habilitierter Hochmut. Alle sind angeboren, werden in früher Kindheit eingetrichtert oder später aufgrund förderlicher Veranlagung erworben und als Klone weitervererbt. Überdies können sie einander potenzieren.

Alle Formen vereint das Unvermögen, die lächerlichen, tragischen oder grausigen Folgen dummen Handelns zu erkennen. Und alle bewohnen die Etagen eines Wolkenkratzers, höher als der Trump-Tower und auf größerem Grundriss erbaut als die Ahnenburg der AfD-Stupidissima Frau von Storch, die allerdings (Adel schützt bekanntlich vor Verblödung nicht) über ein maximales Talent zu öffentlicher Selbstvorführung gebietet. Davon kündet z. B. das durchs Internet zirkulierende Interview, in dem sie, gewissermaßen ex cathedra plappernd, die Schuld an der Erderwärmung der Sonne in die Schuhe schiebt.

Wer die wählt, kann nicht alle Tassen im Schrank haben!

Im mehrstöckigen Penthouse des Turms reinkarniert die mitunter verhängnisvollste Form des Phänomens in Gestalt institutionalisierter Torheit. Damit gemeint ist die Dummheit mehr oder minder intelligenter Machtmenschen mit einem Brett vorm Kopf. Wirtschafts- und Bankbosse bürgen dafür, ganz zu schweigen von Politikern, darunter der sture Horst aus Ingolstadt. Manche dort oben residierende Psychopathen klammern sich an eine Idée Fixe, rasen in ideologische Verblendung und fabrizieren in der Sackgasse eine monomane Heilslehre mit Erlösungsauftrag und Denktabus. Deshalb gehen die Gralsboten und -innen sofort in die Luft und drohen mit Rache, sollte jemand an ihrem Weltdeutungsmonopol zweifeln oder darüber lachen. Für Humor ist ihre Mission viel zu ernst.

Wozu es führt, wenn solche Obertanen an die Macht kommen, haben wir Deutschen im schlimmsten Debakel unserer Geschichte bitter erfahren müssen. Nicht allzu wenige haben daraus nichts gelernt. Deren Möchtegernführer Gauland der Inkompetente stuft den Holocaust bekanntlich zu einen »Vogelschiss« herab: kackbraune Wolken am azurblauen Firmament der AfD!

Seit dem Erlöschen des marxistischen Ostblocks reinkarniert Dummheit weltweit meist rechts. In- und ausländische Statistiken zum Thema Wechselwirkung zwischen Grips und politischer Orientierung besagen, daß es zwar auch linke Vollidioten gibt, doch Unterbelichtung und Herrschertorheit rechtslastig sind. Die Fans des männlichen Blondinenwitzes Donald beispielsweise sind nachweislich nicht auffallend hell. Und laut einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Umfrage unter 100.000 Personen präsentiert die Wählerschaft der AfD den niedrigsten Durchschnitts-IQ (93) aller deutschen Parteianhänger. Die Linken siegen, sie liegen zwölf Punkte höher (105). Die Divergenz ergibt sich aus der Beobachtung, daß Linke eher nach vorne und Rechte lieber nach hinten gucken – und oft auch die deutsche Rechtschreibung nicht beherrschen.

Die AfD hält die Umfrage natürlich für ein böswilliges Konkokt der Lügenpresse, denn hausmacher Statistik zufolge strotze die Wählerschaft geradezu vor Genies. Wenn dem so ist, handelt es sich um ein paar Dutzend rechtsäugig blinder Dünkelbürger, deren Spitzenwerte den IQ bei Punkt 93 stabilisieren. Daß der oft unterboten wird, steht bei sämtlichen rechten Aufmärschen außer Frage, desgleichen, daß ultrarechter Stumpfsinn in bipeden Brüllaffen reinkarniert, je rechter, desto vernagelter, lauter und gewaltbereiter.

Drittens steht außer Frage, daß die AfD die Brüllaffen von ihren Bäumen heruntergetrommelt hat. Der Geist ist also aus der Flasche. Er nötigt die Parteistrategen, zwei Lager – die blauen »besseren Leute«, die Image-Schaden befürchten, sowie die braunen Kyffhäuser-Patrioten um Obergauleiter Höcke – bei der Stange zu halten. Höcke kungelt mit den Proleten. Großonkel Gauland wiegelt betulich auf und ab, und Twittertrixi hat auf einer Wahlkundgebung in Dachau am 09SEP fein formuliert von »ungewollten Elementen« gefaselt. Zu einem Besuch des KZ hatte sie keine Zeit.

Ihren Aufstieg verdankt die AfD in erster Linie einer nur scheinbar harmlosen, wofern weitgestreuten Wiederverkörperung der Dummheit: der leichtgäubigen Einfalt sogenannter »Kleiner Leute« aus dem bildungsfernen und weltunerfahrenen Hinterland beider Deutschländer. Was man besser weiß, stammt aus Wanderkolportage, tendenziöser Meinungsmache der Holzhammermedien, Fake News der Internetspinner oder eben dem Fundus der AfD. Nicht wenige sind liebe naive Mitmenschen, aber alle davon überzeugt, daß »früher alles besser war«, und daß Angela Merkels Migrations-Politik sowie die Multikultur für ihre mitunter prekäre, deshalb zu Futterneid neigende Lebenslage verantwortlich sind. Der Frust steigert die Bereitschaft, sich von der simpelsten Manipulationslaterne aller Demagogen ins und hinters Licht führen zu lassen: dem Feindbild, dem die AfD ihren Erfolg verdankt, und mit dessen Entsorgung sie alle Probleme im Nu zu lösen verheißt.

Als Steigbügelhalter eines Demagogenpropagandafeldzugs ist ein Teufel austauschbar. Das politisch gewollte Böse läßt sich von den Guten je nach Bedarf uniformieren: von Nazis mit sämtlichen Juden, von Islamisten mit allen Christen, von der AfD mit dem gesamten Islam, insonderheit den ach so kostspieligen, bekopftuchten, radebrechenden Migranten. Die Rettung der Banken nach der Finanzkrise hat die Steuerzahler viel viel mehr gekostet! Die blaubraune Partei kehrt diese Tatsache unter den Teppich. Sie muß alle Moslems über den Kamm der unbestritten hochproblematischen, bis zum Hirn in Testosteron getauchten Jungmachos scheren, weil Hass ihren Herrschaftsanspruch legitimiert. Deshalb erschallt die Hetze aller guten Demagogen wie aus einer Kehle. Vielleicht sollte die AfD ihrer Großmeisterin den Ehrentitel »Partei-Talibanette« stiften.

Es wurmt sie sehr, daß eine unlängst veröffentlichte Meinungsumfrage konstatiert, je kleiner die Quote der Zuwanderer in einer Region, desto größer die Kontaktangst und umgekehrt. Ihr Gezeter fasziniert nur manische Rassisten und bange Schafe. Was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht. In Gegenden mit hoher Migranten-Dichte dominieren Neugier und Mitgefühl für die unglücklichen Seelen, die alles verloren haben und den Alltag bereichern. Viele haben sich schon angepasst, andere sind dabei. Nur einer Minderheit wird es schwer gelingen, denn Anpassungsdauer wechselwirkt mit der Distanz der Wertsysteme, in die man geboren wird, und dem Widerstand, den elterliche Erziehungskunst oder sozio-kulturelle Prägungen der Integration entgegensetzen. Eine solche hat nach knapp drei Jahrzehnten Wiedervereinigung bekanntlich auch in der Berliner BRD noch nicht so richtig geklappt, ansonsten wären nicht so viele Ostdeutsche der AfD auf den Leim gegangen!

Braunkohle statt Umwelt- und Klimaschutz, Bluts- und Passdeutsche, Aufrüstung, Rente, Digitalisierung ein Fremdwort…Die politische Torheit der AfD gipfelt in einem krebsgängigen, von Fach-Analphabeten zusammengesponnenen Parteiprogramm. Viele Mitläufer haben dieses Hirngespinst sicherlich nicht gelesen. Alles darin kreist um eine typisch faschistische Utopie. Wie bereits gesagt: Linke gucken nach vorne. Die Marxisten verhießen eine goldene Zukunft, die nach dem spätkapitalistischen Krieg aller gegen alle eintreten werde. Rechte Seher hingegen gucken nach hinten, sie erschauen ein Goldenes Zeitalter in der Vergangenheit, die wieder auferstehen soll: Mussolini im antiken Rom, Hitler in den alten Germanen, die AfD in der völkischen Deutschtümelei und der Gesellschaftshierarchie des zwölfjährigen Tausendjährigen Nazi-Reichs. Die AfD wünscht parierende volkstanzende Untertanen. Die Obertanen trinken Champagner.

Doch ihrer Utopie, die braune Vorkriegszeit nach sieben Jahrzehnten Frieden in Europa wiederzubeleben, wird die Geschichte ein Bein stellen. Ein Blick auf die Vergangenheit bestätigt daß das Bemühen, ein »einmal zerbrochenes, unwiederbringliches Gebilde wieder zusammenzufügen und das Rad der Zeit zurückzudrehen« unwiderruflich in den Binsen landet (Barbara Tuchman, Die Torheit der Regierenden, Fischer 1992, p. 36) Der Versuch des letzten französischen Bourbonen-Königs Charles X, Besitzstand und Privilegien des Adels vor der Großen Revolution von 1789 zurückzugewinnen, scheiterte an der Juli-Revolution von 1830. Mussolini, der trompetet hatte, »Jeder stirbt, wie es seinem Charakter gebührt«, traf den Nagel auf den Kopf; er wurde am 28APR45 erschossen, sein Leichnam am folgenden Tag von einem tobenden Mob zertrampelt und kopfunter an einer Tankstelle aufgehängt. Einen Tag später jagte sich Adolf im Führerbunker endlich eine Kugel durch sein superlativ verblendetes Denkorgan. Ganz Deutschland lag in Trümmern.

Schlichten Gemütern mag die Verheißung der AfD eine von Heino oder Hansi Hinterseer besungene Heimatschnulze vorgaukeln. Doch auch Protestwähler dürften bereits in der frühen Verwirklichungsphase der Utopie aus den Wolken der Heilen-Welt-Idylle auf den harten Boden eines fremden-, homo-,europa- und zukunftsfeindlichen, ganz zu schweigen von der Allgegenwart der Stupidissima in sämtlichen Medien heimgesuchten Obrigkeitsstaats fallen. Gauland und Konsorten werden nicht in der Lage sein, die politischen, sozialen, wirtschaftlichen, Klima- und Umweltschutz betreffenden Probleme der düstersten aller Zukunften der gesamten Menschheitgeschichte zu bewältigen. Die sind nur ohne nationalistische Abschottung und rassistische Selbstüberschätzung in den Griff zu bekommen.

Die AfD könnte es allerdings mit deutscher Gründlichkeit schaffen, das Image ihres angebeteten Heimatlandes erneut, sogar irreparabel zu ruinieren und damit die Sehnsucht sehr vieler Nachkriegsdeutscher nach Anerkennung in der Welt zu vereiteln. Die Vorboten dazu haben in Chemnitz und Köthen mobil gemacht, alle Welt weiß, was da ablief!

Hitlers Rassenwahn hatte den Nationalstolz vom Thron arroganter Herrenmenschen in die Latrine eines Minderwertigkeitskomplexes katapultiert, der das Sprichwort widerlegt »Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert«. Sehr viele verdrängten ihre Mitschuld an der Blut-Und-Boden-Massenhysterie mit Wiederaufbau und Wirtschaftswunder und litten insgeheim am totalen Ansehensverlust ihrer Nation in der Welt. Reisen nach Frankreich, Belgien oder Holland glichen oft einem Spießrutenlaufen, und noch bis in die 1960-er hingen Schilder »Deutsche unerwünscht!« am Eingang mancher Hotels oder Restaurants.

Im Gegensatz zu den coolen Briten, denen egal ist, was andere über sie denken, wollen die Deutschen seitdem unbedingt im Ausland geliebt werden.

Dieses Selbserziehungsziel haben wir in beharrlicher Aufarbeitung unserer welthistorischen Verblendung erreicht. Den wichtigsten Meilenstein setzte die Fußball-WM 2006. 1,3 Mio Fans aus der ganzen Welt und die Internationale Presse, sogar Englands Yellow Press, revidierten das tief verwurzelte Vorurteil vom fleißigen, pünktlichen, bierernsten, immer noch braunen Spießer mit dem Bild des gastfreundlichen, lockeren, nicht humorfreien Europäers deutscher Machart.

Nach dem Sommermärchen stieg unser guter Ruf höher und höher. Von 2013 bis 2017 besetzte die BRD Platz 1 in der Rangordnung populärer Nationen, und zwar trotz und wegen Angela Merkels humaner, obschon brisanter Migranten-Politik. In vielen Sparten zählt die BRD zu den Top Ten: Wirtschaft (Platz 4), Lebensqualität landesweit (10) und in Großstädten (3, 6, 7, 10), bahnbrechende Forschung (3, 7), Handels- und Fachmessen (1), umsatzhöchste Buchverlage (3), Sinfonie-Orchester (1, 4, 7, 8, 10), Reisefreiheit (1), ausländische Touristen (8), ganz zu schweigen von Multikulti-Berlin auf Platz 2 der kreativsten Weltstädte und in Europa seit dem Brexit-Wirrwarr auf Platz 1 der Metropolen mit dem üppigsten Angebot an seriöser bis exzentrischer Freizeitgestaltung.

NOTABENE: Ohne Gastfreundlichkeit und ohne den Beistand ungezählter steuerzahlender Ausländer vom Hilfsarbeiter bis hinauf zu weltberühmten Koryphäen ihres Fachs wäre der Höhenflug der BRD nicht möglich gewesen. Die AfD hat dazu nicht den geringsten Beitrag geleistet. Im Gegenteil. Ihr Aufstieg tritt in umgekehrte Proportion zum Abstieg der BRD in der Liste beliebter Nationen. 2018 rutschte sie zugunsten der Schweiz und Kanadas auf Platz 3 ab (US News). Kanadas entspannte Migranten-Politik spielte bei der Bewertung eine Schlüsselrolle. Wie sehr rechte Fremdenfeindlichkeit den Glanz einer Nation trüben kann, zeigt sich übrigens auch im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten, dem Donald der Verbarrikadierte vier Zacken aus der Freiheitskrone gebrochen hat: unter Obama Platz 4, jetzt Platz 8.

Wehe dem Land, in dem der dummdreiste Koksdealer Lutz Bachmann Karriere machen wird!

BEKENNT FARBE, MACHT GEGEN DIE AFD MOBIL, DIE ZUKUNFT EURER KINDER STEHT AUF DEM SPIEL!

kaliyuga

Das könnte Dich auch interessieren …