Diskussion “Rechtsruck” – Nicht verbiegen!

Diskussion “Rechtsruck” – Nicht verbiegen!Lesereinsendung von Monika Schießlbauer, Kommentar zum Text „Sind wir schon Rechts abgebogen?“ und zum Kommentar von Philipp B.

Ich glaube nicht, daß wir, indem wir zugunsten einer Massenkompatibilität unsere Themen schleifen, irgendetwas zum Besseren wenden würden. Wenn z.B. die Rechten gegen den “Genderwahn” hetzen, kann die Antwort darauf ja nicht lauten, daß wir dies als Minderheitenthema abtun, sondern die Anwort darauf lautet, daß so, wie die Rechten mit Minderheiten umgehen, dies nichts mehr mit Menschenwürde zu tun hat und dies letztlich uns Alle betrifft, da deren Feindbilder beliebig austauschbar sind.  Mit welcher Haltung wollen wir in den Spiegel blicken?  Welches Bild wollen wir von uns selbst abgeben? Wir dürfen nicht auf die Lügen der Rechten hereinfallen, sondern müssen deren Widersprüche klar, nüchtern und deutlich offenlegen.

Es geht in der Flüchtlingsfrage den Rechten auch nicht um eine Kritik sogenannter “besorgter Bürger” an einer “gescheiterten Integration”, sondern es geht ihnen um die grundsätzliche Ablehnung alles Fremden (Wir wollen das gar nicht schaffen” Alexander Gauland in Thüringen) – letztlich im Sinne einer Rassenideologie.  Integratiion ist eine Sache der konkreten Erfahrung im Alltag (“Wir handeln statt zu hetzen” OB Peter Kurz).

Wer der AfD hinterherläuft, muss sich gefallen lassen, als Rassist titutliert zu werden.  Es bringt nichts, rassistisch eingestellte Bürger mit Samthandschuhen anzufassen und ihre Ausreden schön zu reden (“ich bin kein Nazi, aber …”, “besorgte Bürger”).
Denn wenn sie ungestraft hetzen könnten, dann würden sie sich natürlich der nationalsozialistischen Sprache bedienen.

Bei den Mitläufern der AfD handelt es sich auch nicht um sozial Ausgegrenzte.
Wäre dem so, dann würden die Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit viel mehr Anklang finden.
Stattdessen stehen hier eher Abstiegsängste dahinter.  Also die Angst den erworbenen Status und den erarbeiteten Wohlstand zu verlieren.
Daher ist das Lebenselexier der AfD die Angst – fleissig von Orban-Spezi Seehofer geschürt.
In diesem Sinne geht es um (ökonomische und soziale) Sicherheit. 
Menschen, welche in Sicherheit leben, lassen sich nicht so einfach aufhetzen.
Da wir aber nach Datenlage so (rechtstaatlich) sicher leben wie selten zuvor, ist das mehr eine Gefühlssache.

Um nun der AfD und ihrer Netzwerke etwas entgegenzusetzen, würde es erst einmal helfen “Solidarität” nicht nur international zu üben, sondern national.  #aufstehen
Wie soll eine Einheitsfront gegen Rechts entstehen, wenn die Linke vergisst, wo der wahre Feind steht?
Bedeutet, statt sich Intern über Sprachregelungen zu streiten, nicht gleich jede Randbemerkung als Alibi dazu zu nutzen, um sich hinfort beleidigt zurückzuziehen.  Diskurs und Dissens dürfen nicht zur Spaltung führen!

Im Hintergrund stehen die verpatzten Chancen der Wiedervereinigung.  Die ökonomische Tabula Rasa im Osten bildet dort den Humus, auf dem die AfD dort heute besonderst gut gedeiht.

(Monika Schießlbauer)

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