Leitbildprozess Mannheim 2030

Leitbildprozess Mannheim 2030

Visualisierung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele | Grafik: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Wofür ein „Leitbild“? Nach Aussage der Verwaltung der Stadt Mannheim soll es „den angestrebten langfristigen Zustand unserer Stadt beschreiben“.

193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedeten im Jahre 2015 die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ mit 17 globalen Nachhaltigkeitszielen, die Sustainable Development Goals (kurz SDG genannt). Diese Agenda verpflichtet nicht nur alle Staaten zur Nachhaltigkeit, sondern soll auch in den Städten weltweit umgesetzt werden. Wie – das entscheidet jedes Land für sich. Die Stadt Mannheim versteht sich in diesem Prozess als „Vorreiterkommune. So richtete sie im Jahre 2016 den ersten „Urban Thinkers Campus“ aus – in Umsetzung der Initiative der Vereinten Nationen mit dem Ziel, nachhaltige und urbane Entwicklung mit dem Austausch von lokalen und internationalen Expertinnen und Experten zu fördern.

Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele

Im Oktober 2017 gab es einen weiteren „Urban Thinkers Campus“. Hier wurden Facetten globaler und lokaler Nachhaltigkeit unter dem Aspekt der Mannheimer Bedarfe für eine nachhaltige Zukunft diskutiert. Weltweit nahmen 70 Städte an diesem Veranstaltungsformat der Vereinten Nationen statt, Mannheim war die einzige deutsche Stadt, die sich an diesem UN-Prozess beteiligt hat.

Die Diskussion um das anvisierte „Leitbild“ findet seitdem in verschiedenen workshops, online-Diskussionen und unter Kommunalpolitikern statt. Fehlt noch die Meinung der „Bürgergruppen“ – Stichwort „umfassende Bürgerbeteiligung“.

Einen halben Samstag lang diskutierten am 21. Juli ca. 200 Frauen und Männer im Stadthaus, – darunter 100 per Losverfahren ausgewählte MannheimerInnen – in professionell moderierten Arbeitsgruppen über die 17 Nachhaltigkeitsziele und deren Bedeutung für Mannheim. Etliche Initiativen und Interessensverbände (z.B. ver.di-Bezirksfrauenrat, Offenes Netzwerk Mannheimer Frauen, AG sozialdemokratischer Frauen, Begegnungsstätte Westliche Unterstadt….) haben das Angebot wahrgenommen, ihre Vorstellungen über Mannheim 2030 auf Thementafeln zu präsentieren. Nach meiner Wahrnehmung (I:R) waren neben den Themen Armut und Inklusion Präsentationstafeln zum „Nachhaltigkeitsziel 5: Geschlechtergerechtigkeit“ besonders häufig vertreten – ein deutliches Indiz für erforderlichen Nachholbedarf in der Stadt Mannheim.

Präsentiert wurden in einer abschließenden Runde dem Plenum und dem bereits länger anwesendem OB die Arbeitsergebnisse der moderierten Gruppen sowie die Thementafeln der Initiativen und Verbände. OB Dr. Kurz sicherte zu, dass von den erarbeiteten Ergebnissen „nichts verloren gehe“– dass der ganze Prozess für die Bürgerschaft transparent gestaltet werden soll.

Das neu zu beschreibende „Leitbild“ soll künftig Messlatte für das strategische Verwaltungshandeln sein. Geplant ist, Indikatoren zur Messung seiner Umsetzung zu entwickeln, um nachzuprüfen, inwieweit eine Fortschreibung der bereits vorhandenen acht strategischen Ziele der Stadt Mannheim, mit denen der kommunale Haushalt verknüpft wird, im Abgleich mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen erforderlich ist.

Acht strategische Ziele der Stadt Mannheim:

1. Urbanität stärken
2. Talente gewinnen
3. Unternehmen stärken
4. Toleranz leben
5. Bildungsgerechtigkeit verbessern
6. Kreativität stärken
7. Engagement unterstützen
8. Eigenkapital mehren (neu seit 2017 auf Antrag der CDU)

Das Thema „Geschlechtergerechtigkeit“ taucht in dieser Auflistung bisher nicht auf

Bereits im November diesen Jahres soll dem Gemeinderat von der Verwaltung eine Beschlussvorlage zum „Leitbild Mannheim 2030“ vorgelegt werden und damit in das Verwaltungshandeln implementiert werden..

Weitere Infos auf der Seite der Stadt Mannheim zum Leitbildprozess

(Irmgard Rother)

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