Für Hilde Domin und gegen AfD-Veranstaltungen in städtischen Gebäuden (mit Bildergalerie)

 Die JA Kurpfalz, die Nachwuchsorganisation der AfD, hatte unter bislang noch nicht final geklärten Umständen Räumlichkeiten am 23.03.18 in der Stadtbücherei Heidelberg für eine Parteiveranstaltung anmieten können. Die AfD konnte den Hilde-Domin-Saal schon häufiger anmieten, was vielmals in Kritik geriet, weil die AfD-Veranstalter in aller Regel die Öffentlichkeit bei ihren Veranstaltungen ausschließt, obwohl die Veranstaltungen in sozialen Netzwerken vorab offen beworben werden. Rund 250 Menschen zeigten in ihren Unmut hierüber deutlich.

 

 

Starke Lesungen, Wortbeiträge und Musik für Vielfalt und gegen Rassismus

Laut und deutlich gemacht wurde den Veranstaltern der AfD in der Stadtbücherei, dass diese dort nicht willkommen sind. Der Protest wurde auch in den Eingangsbereich der Bücherei getragen. Diverse RednerInnen sprachen sich dafür aus jederzeit gegen Rassismus und menschenverachtende Ideologien klare Position zu beziehen.  

Grün enttäuscht

Vollmundig angekündigt als Führung vor dem Hilde-Domin-Saal, konnten die Verantwortlichen nicht liefern, was sie zuvor angesagt hatten, die Grünen in Heidelberg. Stattdessen wurden die Interessierten über lange Zeit hingehalten, um dann in einem anderen, als zuvor angekündigten Bereich, nicht gegen die AfD-Veranstaltung protestieren zu können und stattdessen einem lauen Wortvortrag lauschen zu müssen, wobei nebenan die JA ihren Stand versuchte aufzubauen. Kritische Beobachter fragen sich, was dies mit der zuvor angekündigten antifaschistischen, klaren Kante gegen die AfD zu tun hat.

AfD-Stadtrat betätigt sich als Provokateur

Erwartungsgemäß hätte dieser AfD-Stadtrat an der Veranstaltung, die von seiner Fraktionskollegin moderiert und nur von etwa 100 Personen besucht wurde, teilnehmen müssen. Dieser zieht es aber vor TeilnehmerInnen der angemeldeten Kundgebung zuerst im Schutze der Polizei, dann im Vorraum der Stadtbücherei zu beobachten und zu filmen. Später, als es auch der Polizei zu viel wurde, was die Provokationen anging, wurde er gebeten zu gehen.

Unverhältmässige Polizeigewalt und erfolgreiche Blockade

Eine pazifistische Sitzblockade von zwei jungen Antifaschisten wurde von Uniformierten unter Anwendung von körperlicher Gewalt aufgelöst. Die beiden Personen wurden über rund zwei Stunden in „Käfigen“ in Gewahrsam genommen. Zahlreiche Menschen beteiligten sich solidarisch mit den Festgenommenen und blockierten das entsprechende Polizeifahrzeug bis die Personen wieder unter Auflagen auf freien Fuß kamen. 

(Bericht und Bilder Christian Ratz)

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