Rosen unterm Beton: Veranstaltungsreihe zum Frauen*kampftag

Die feministische Gruppe Rosen unterm Beton veranstaltet von 22.02. bis 10.03.2018 eine Veranstaltungsreihe an verschiedenen Orten in Mannheim rund um den Frauen*kampftag. Die Termine im einzelnen:

Do, 22.02.2018 19:00 Uhr im Wild West Workshop: Frauen*körper und Tabu – eine Einführung (nur FLTI*)

So, 25.02.2018 16:00 Uhr im forum Feministischer Lesekreis

Mi, 28.02.2018 19:00 Uhr im SWK Haltung zur Prostitution aus einer linken und feministischen Perspektive

Do, 01.03.2018 19:00 Uhr im forum Feministische Psychiatriekritik – Lesung mit anschließender Diskussion

Fr, 02.03.2018 19:30 Uhr im JUZ Selbstverteidigungsworkshop (nur FLTI*)

Sa, 03.03.2018 15:00 Uhr im Wild West Workshop: kritische Männlichkeit

So, 04.03.2018 14:00 Uhr im JUZ Workshop Tontechnik in DIY-Kontexten (nur FLTI*)

Di, 06.03.2018 18:00 Uhr im Wild West Workshop: Was ist eigentlich Konsens?

Sa, 10.03.2018 21:00 Uhr im JUZ Party: Frauen*kampftag feiern!

Im folgenden finden sich die Veranstaltungsbeschreibungen. Näheres dazu und Kontakmöglichkeiten auch auf dem Blog der Gruppe Rosen unterm Beton: https://rosenuntermbeton.tumblr.com

(red)

 

Workshop: Frauen*körper und Tabu – eine Einführung (nur FLTI*)

Do, 22.02.2018 19:00 Uhr im WILD WEST

Die Ansprüche an weibliche Körper im Patriarchat sind ganz klar: im männlichen Besitz, schön, sauber, rein und zum Kinder bekommen bereit. Wer da nicht reinpasst, wird ausgegrenzt, was sich nicht ausgrenzen lässt, wird tabuisiert.
Ob Mädchen und jungen Frauen mit der sogenannten „Panty Challenge“ gezeigt wird, dass sie sich ekelig fühlen müssen, wenn sie Ausfluss haben oder seit jeher als unrein gelten, wenn sie ihre Menstruation haben, zeigt nicht nur ein unrealistisches und frauenfeindliches Ideal des weiblichen Körpers. Das dadurch aufgezwungene Schamgefühl erschwert es, den eigenen Körper kennen zu lernen und zu verstehen.

Auch die Wissenschaft ist nicht losgelöst von patriarchalen Vorstellungen zum weiblichen Körper. So ist Endometriose, eine Erkrankung, an der ca. 10% der Frauen leiden, und die u.a. zu enormen Menstruationsschmerzen führt, verglichen mit anderen Erkrankungen dieses Ausmaßes minimal erforscht und bekannt. Schließlich solle man sich bei „dem bisschen Schmerz“ nicht so anstellen. Auch Verhütung ist Frauensache; und dies in den überwiegenden Fällen hormonell. Mit den Nebenwirkungen werden die meisten Frauen alleine gelassen.
Der wesentlichste Anspruch an den weiblichen Körper ist noch immer das Gebären. Dabei werden Schwangerschaft und Geburt in unserer Gesellschaft noch immer romantisiert. Frauen scheinen nicht das Recht zu haben, zu wissen, worauf sie sich da einlassen.

Dies sind nur einige Themen, die in dem Workshop behandelt werden. Es soll der Raum gegeben werden, sich auszutauschen und gemeinsam mehr über den eigenen Körper zu erfahren. Um bei diesem sensiblen Thema einen möglichst geschützten Raum geben zu können, ist dieser Workshop für FLTI*-Personen vorgesehen.

Feministischer Lesekreis

So, 25.02.2018 16:00 Uhr im FORUM

Wir veranstalten 2018 monatlich einen Lesekreis, in dem sich kritisch mit feministischer Literatur und Theorie auseinandergesetzt werden soll. Vorkenntnisse sind nicht nötig, nur Interesse an feministischem Diskurs. Der Lesekreis ist offen, also sind alle mit Interesse willkommen!

Gemeinsam haben wir Andrea Trumanns „Feministische Theorie: Frauenbewegung und weibliche Subjektbildung im Spätkapitalismus“ für den 25.02. ausgesucht. Hierbei möchten wir uns zunächst auf die Einleitung und das erste Kapitel konzentrieren.

Wir, als Rosen unterm Beton, verstehen uns als Initiator*Innen des Lesekreises – der Lesekreis selbst lebt vor Allem von Euch 🙂

Haltung zur Prostitution aus einer linken und feministischen Perspektive

Mi, 28.02.2018 19:00 Uhr im SWK Mannheim

Ist Prostitution ein Job wie jeder andere, der somit abhängig von den etablierten Ausbeutungsverhältnissen ist?

Dieses Thema wirft in linken und feministischen Kontexten große Fragen auf, welche kontrovers diskutiert werden und zu gegensätzlichen Positionen führen. Im Rahmen der Veranstaltung wird das Verhältnis einer historischen Arbeiter*innenbewegung, der feministischen Bewegung und die Entwicklung derer Diskussionen und Positionen zur Sexarbeit beleuchtet, sowie aktuelle Debatten um das Thema dargestellt.

Der Vortrag will die Frage aufwerfen und diskutieren, wie eine emanzipatorische Perspektive, die jedes Ausbeutungs-, Gewalt-, und Lohnabhängigkeitsverhältnis überwinden will, zur Prostitution und einem möglichen Selbstbestimmungsrecht stehen kann.

Feministische Psychiatriekritik – Lesung mit anschließender Diskussion

Do, 01.03.2018 19:00 Uhr im FORUM

Peet Thesing liest aus ihrem Buch „Feministische Psychiatriekritik“. Das Thema Psychiatriekritik ist schon lange aus dem Blickfeld von Feminist*innen verschwunden. ›Helfende‹ Maßnahmen werden nicht (mehr) gesellschaftskritisch analysiert, auch psychiatrisch-medizinische Ansätze werden nicht auf ihre strukturelle Bedeutung hin befragt – Geschichte scheint es in der Psychiatrie nicht zu geben.

Dabei sind viele Fragen offen: Wie eigentlich entstehen ›psychische Krankheiten‹ in dieser Gesellschaft? Wie wird zwischen krank und gesund (nicht) unterschieden? Wird Homosexualität tatsächlich nicht mehr als Krankheit betrachtet? Womit wird psychiatrische Gewalt begründet? Welche Rolle spielen legale Drogen und Therapien? Hört die feministische Forderung »My body, my choice« bei Essstörungen und Selbstverletzungen auf?

Thesing hinterfragt psychiatrische Ansätze aus einer gesellschaftskritischen Perspektive. Dabei orientiert sich die Autorin am Wissen Psychiatrie-Erfahrener. Es geht um die Trennung zwischen gesund und krank, um die Entstehung von Diagnosen, um Homosexualität und Hysterie und die Macht der Gutachten.
Es wird beschrieben, wie psychiatrische Gewalt funktioniert; Fesselungen und die Verabreichung von Medikamenten werden dabei ebenso analysiert wie psychische Zugriffe.

Abschließend werden Optionen vorgestellt, die Handlungsfähigkeit wieder möglich macht, wenn die Psychiatrie sich nicht als Ort des ›Helfens und Heilens‹ erweist. Es wird auch ausreichend Zeit für Fragen und Diskussion geben.

Autorin: Peet Thesing

Peet Thesing, Jg. 1988, M.A. Kulturwissenschaft/Europäische Ethnologie. WenDo-Trainerin (Feministische Selbstverteidigung und Selbstbehauptung für Frauen und Mädchen), Autorin, Sexualpädagogin und Dozentin. Schwerpunkte: Feminismus, mädchen- und frauenspezifische Fragen, Psychiatriekritik.

Selbstverteidigungsworkshop (nur FLTI*)

Fr, 02.03.2018 19:30 Uhr im JUZ

Dieser Workshop soll einen Einblick in die Selbstbehauptung und Selbstverteidigung geben. Im ersten Teil werden wir uns unsere eigenen Grenzen bewusst machen und alltäglich bedrängende Situationen darstellen und reflektieren. Anschließend erarbeiten wir in nachgestellten bedrängenden Situationen einige Techniken der Selbstverteidigung, angelehnt an Krav Maga. Bei diesem Workshop gehen wir in Körperkontakt, dieser kann jederzeit durch ein „Stopp“ unterbunden werden. Alle sollen sich wohl fühlen und in angenehmer Atmosphäre arbeiten dürfen. Der Workshop dauert ca. 2 Stunden, nehmt lockere, sportliche Kleidung mit.

Der Workshop wird nur für Frauen*, Lesben, Trans(gender) und Inter(sexuelle) angeboten. Verbindliche Anmeldungen per Mail an rosenuntermbeton@gmail.com oder in einer Nachricht an unsere Facebook-Seite (mit Name und Mailadresse). Die Plätze sind auf 14 Teilnehmer*innen begrenzt.

Workshop: kritische Männlichkeit

Sa, 03.03.2018 15:00 Uhr im Wild West
Im Workshop „Kritische Männlichkeit“ geht es um die bewusste
Auseinandersetzung mit den durch Sozialisation verinnerlichten
Verhaltensweisen von Männern. Durch gemeinsame Reflektion sollen
Privilegien erkennbar gemacht werden und ein Umgang für vorhandene
Machtstrukturen in gemischtgeschlechtlichen Gruppen geschaffen werden.
Durch Kritik können Herrschaftsansprüche, gesellschaftliche Einengungen
und Erwartungen an Gender in Frage gestellt werden. Dies bildet eine
Grundlage für den Kampf um soziale Gerechtigkeit. Männlichkeit ist auch
das, was wir daraus machen. Die eigene Männlichkeit ist veränderbar,
ebenso wie die sozialen, ökonomischen und politischen Umstände, unter
denen alle leiden.

Verbindliche Anmeldungen per Mail an rosenuntermbeton@gmail.com oder in einer Nachricht an unsere Facebook-Seite (mit Name und Mailadresse).

Workshop Tontechnik in DIY-Kontexten (nur FLTI*)

So, 04.03.2018 14:00 Uhr im JUZ

Da viel zu wenig Frauen* unter den Veranstalter*innen zu finden sind, möchten wir hier einen Einblick in einen wichtigen Teil des Veranstaltens geben: die Veranstaltungstechnik. Hierfür bieten wir dieses Jahr einen Workshop an, der aus zwei Teilen besteht.

Teil1 – Party

Welches Equipment brauche ich? Und wie schließe ich alles an? – In diesem Workshop wollen wir den Kabelsalat entwirren, damit die nächste Party steigen kann!

Teil2 – Konzert

Wofür sind die ganzen Knöpfe am Mischpult? Und wie mische ich ein Konzert ab? Praxisnah wollen wir die Basics erarbeiten, damit du beim nächsten Mal deine Lieblingsband abmischen kannst!

Der Workshop wird nur für Frauen*, Lesben, Trans(gender) und Inter(sexuelle) angeboten und ist für Teilnehmer*innen ohne Vorkenntnisse.

Verbindliche Anmeldungen per Mail an rosenuntermbeton@gmail.com oder in einer Nachricht an unsere Facebook-Seite (mit Name und Mailadresse).

Referentin: Sonja

Sonja mischt seit 2 Jahren regelmäßig kleine Konzerte ab, dabei spielt sie weder ein Instrument, noch hat sie Tontechnik studiert.

Workshop: Was ist eigentlich Konsens?

Di, 06.03.2018 18:00 Uhr im Wild West

Im Workshop „Was ist eigentlich Konsens?“ setzen wir uns mit individuellen Grenzen und Grenzüberschreitungen auseinander. Über Konsens wissen die meisten irgendetwas und die wenigsten viel. Selten wird ein Wort darüber verloren. Viele haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was es eigentlich genau bedeutet, wie es umgesetzt werden soll und welche Situationen es überhaupt betrifft. Konsens wird in den verschiedenen Formen von intimen Beziehung unterschiedlich wahrgenommen.

Im Laufe des Workshops werden wir uns mit den folgenden Fragen beschäftigen: Wo bedarf es an Konsens? Besteht Konsens aus unübersichtlichen Regeln und komplizierte Verhaltensrichtlinien? Wie kann ich Konsens herstellen? Durch gemeinsame Reflektion soll ein Raum geboten werden, sich auszutauschen und in einem sicheren Raum auch eigene Fragen zu stellen.

Der Workshop ist geschlechteroffen, auf Wunsch gibt es die Option in geschlechtergetrennten Kleingruppen zu arbeiten.

Anmeldung ist nicht erforderlich.

Triggerwarnung: Im Rahmen des Workshops wird über sexuelle Übergriffe geredet.

Party: Frauen*kampftag feiern!

Sa, 10.03.2018 21:00 Uhr im JUZ Mannheim

Zum Abschluss unserer Veranstaltungsreihe rund um den Frauenkampftag möchten wir mit euch wieder die Kämpfe der Frauen* feiern!
Bei dieser Gelegenheit wollen wir female* artists einen Raum bieten, zu machen worauf sie Lust haben. Für die musikalische Bereicherung sorgen an dem Abend drei female* artists:

– J. Kazimierz (Techno)

– Kathleen Napoli (Female*Focus Rap/Trap)

– Sprotte (Riot Grrrl Punk)

Lasst uns gemeinsam aus beengten gesellschaftlichen Verhältnissen ausbrechen, Freiräume erkämpfen und das Patriarchat wegbassen!

Die Party ist geschlechteroffen, vor Ort wird es ein Awareness-Team geben, damit alle entspannt feiern können.

Eintritt auf Spendenbasis.

 

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*FLTI = Frauen, Lesben, trans* und inter* Personen

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