Kurdische Kundgebungen in Mannheim: „Solidarität mit Efrin“

 Kurden*Innen aus dem Rhein-Neckar-Raum riefen vergangene Woche an vier Tagen zu Kundgebungen am Mannheimer Hauptbahnhof auf, um gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien zu demonstrieren, die ausschließlich gegen die dort lebende Bevölkerung und kurdische Kampfverbände, die von den Regierungen in den USA und Deutschland unterstützt werden, gerichtet ist. Rund 80 Personen nahmen an der Kundgebung am 24.01. teil. Die Bundestagsabgeordnete Gökay Akbulut (Die Linke) aus Mannheim zählte zu den Rednerinnen. Die Ansprachen wurden zum überwiegenden Teil in deutscher Sprache gehalten.

Deutliche Kritik an die Adressen der türkischen und deutschen Regierungen

Eine Rednerin des Exekutivkomitees der PYD Partei – NAV-DEM Mannheim, kritisierte mit scharfen Worten das Vorgehen türkischer Streitkräfte in Nordsyrien. „Seit Jahren wird die Stadt Efrin zuerst vom syrischen Militär und nun durch die Streitkräfte der Türkei bombardiert“. Ein Großteil der Bevölkerung ist geflohen. Aktuell sollen sich in der Stadt zu den verbliebenen Einwohnern noch rund 500.000 syrische Binnenflüchtlinge aufhalten. Efrin wurde als das kurdische Vietnam bezeichnet. Tagtäglich wächst die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung, wie verschiedene Medien berichten. Die deutsche Bundesregierung wurde dafür kritisiert das „Terrorregime von Erdogan“ mit Leopard-Panzern beliefert zu haben, die im aktuellen Konflikt zum Einsatz kommen.

Appelliert wurde an die internationale Staatengemeinschaft und die UNO nicht länger mehr schweigend zuzuschauen, sondern der Militäragression ein Ende zu bereiten.

Andere Redner mahnten dazu sich daran zu erinnern, welche Verdienste kurdische Kampfverbände der YPJ und YPG bei der Befreiung der Städte Mosul und al-Raqqa und damit im Kampf gegen IS errungen hätten. Unverständnis wurde darüber geäußert, dass die Regierungen in Washington und Berlin dem militärischen Treiben tatenlos zusehen würde, obschon beide Regierungen die kurdischen Kämpfer*Innen in der Vergangenheit militärisch und logistisch unterstützt hätten.

„Afrin – Afrin“-Rufe wurden begleitet von Musik laut.

Grenzenlose Solidarität

 In ihrer Rede versicherte Gökay Akbulut den Kurden in Mannheim, in der Bundesrepublik Deutschland und in Europa die unbegrenzte Solidarität ihrer Partei, Die Linke, im Kampf um Freiheit und Autonomie.

Sie bekräftigte die bereits schon zuvor geäußerte Kritik an der militärischen Intervention der türkischen Regierung.

Akbulut teilte mit, dass es diese Woche auf Antrag der Linksfraktion eine aktuelle Stunde im Deutschen Bundestag zum Thema Türkei geben wird.

 

(Bericht und Bilder von Christian Ratz)

 

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