Irie Révoltés: „Die Band geht, ihre Lieder und Projekte bleiben“ [mit Bildergalerie]

Beim Abschlusskonzert auf ihrer 2017’er Abschiedstournee konnten Irie Révoltés, die im Jahre 2000 in Heidelberg gegründete Projektband, rund 10. – 12.000 Konzertbesucher in der Mannheimer Maimarkthalle begrüßen. Das Konzert war ausverkauft, wie die allermeisten Konzerte in 2017 auch. Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet und aus benachbarten europäischen Ländern fanden den Weg nach Mannheim, um „ihrer“ Band zum letzten Mal solidarischen Tribut zu zollen und um gemeinsam Spaß zu haben. „Stix on Speed“ aus Berlin brachte die Konzertbesucher auf Temperatur, bevor um kurz nach 21 Uhr Irie Révoltés die Halle in einen friedlich feiernden und bunt-tanzenden Vulkan verwandelte.

Irie Révoltés

Vor 17 Jahren als 9-köpfige Band in Heidelberg gegründet, begann der Erfolgsweg der „Projektmitglieder“, wobei damals wohl keiner der Integranden daran geglaubt haben dürfte, wie gut sie bei ihrem Publikum und der über die Jahre anwachsende Fangemeinde ankommen würden. Knapp 20 Alben und Singles, die während dieser Zeit veröffentlicht wurden, fanden sehr schnell ihre Fangemeinde im Rhein-Neckar-Raum, im gesamten Bundesgebiet und auch in europäischen Nachbarländern. „Mal Eleve“, prägte die Band, wie kaum ein anderer nach außen und wurde damit zu deren Ikone. Anfang 2017 gab die Band bekannt, dass sie ihr Projekt mit einer Abschiedstournee beenden wolle.

Freude und Trauer zugleich standen im Vordergrund

Nahezu pünktlich um 18 Uhr öffneten sich die Eingangstore für die tausenden von Konzertbesuchern*Innen. Geordnet und durch Sicherheitskräfte überwacht, betraten die Menschen nach und nach die Maimarkthalle. Merchandising-, Essens- und Getränkestände warteten auf ihre Kundschaft. Mit der Band befreundete Organisationen, wie z.B. Viva con Agua und Sea-Watch, konnten ihre Infostände im Außenbereich der Halle aufbauen.

Lähmende 120 Minuten dauerte es nach der Hallenöffnung, bis Jan „Stix“ Pfennig, aus Berlin versuchte, das Publikum in Stimmung zu bringen. Das Aufwärmprogramm wurde nur in Teilen angenommen. Unabhängig von der unbestrittenen Qualifikation des Drummers, machte er das Publikum nur noch heißer auf die Hausband. Um kurz nach 21 Uhr zündeten die Kerzen, als die Bandmitglieder die Bühne betraten. Tosender Beifall von den Konzertbesuchern. Rund 2 Stunden spielte die Band alte und neuere Lieder ohne Pause. Ausgelassene Dauerparty unter den Besuchern*Innen, von denen auch einige von den anwesenden Nothelfern z.B. des DRK, versorgt werden mussten.
Viele Menschen kamen zum Konzert von Irie Révoltés zum ersten, wiederholten oder letzten Mal. Generationen übergreifend war das Publikum auf jeden Fall. Unzufrieden dürfte final niemand nach Hause gegangen sein, denn Irie Révoltés bot eine geniale Show.

Stimmen von Konzertbesucher*Innen

Beim Konzert von Besucher*Innen abgefragt:
„…Freude und Trauer zugleich…“
„…Bin durch meine Eltern auf die Band aufmerksam geworden…“
„…deren Lieder bleiben für immer…“
„wie geht es mit Projekten wie „Agua con vida“ ohne die Unterstützung der Band weiter?“
„der Spirit wird weitergegeben, den die Band vertritt“
„Good feelings and we enjoy the concert”

Kommentar

Ziemlich eingeschränkt waren die Möglichkeiten für die wenigen Foto-/Filmjournalisten, die mit einem rosa-farbenen Armband ausgestattet wurden, dauerhaft und umfänglich zu berichten. Nach 3 Liedern der Kultband wurden die Vertreter der Presse durch Mitarbeiter der eingesetzten Security-Firma, die einen guten Job gemacht hat, aus dem „Graben“ vor der Bühne verbannt.

Vollkommen übertrieben waren die Getränkepreise im Durchschnitt mit € 4,- und dies im Vergleich mit den Eintrittspreisen. Für Menschen mit geringem oder keinem eigenen Einkommen dürfte es schon eine Hürde gewesen sein, sich den offiziellen Eintrittspreis leisten zu können – geschweige denn, sich noch ein Getränk über die rund 6 Stunden beim Konzert kaufen zu können.

Klasse gemacht hat die Security-Firma ihren Job und zu loben sind auch die Mitarbeiter*Innen des DRK (Deutsches Rotes Kreuz) für ihre Arbeit und für den Einsatz an Menschen in Not, wie auch an diesem Abend.

Kritische Kommentare von der Band auf der Bühne durften an diesem Abend auch nicht fehlen.

Der Waffenhandel der BRD mit anderen Staaten wurde verurteilt. Ebenso wurde kritisiert, dass der Inlandsgeheimdienst im Falle des NSU-Komplex und bei den Umständen des Todes von Oury Jalloh irgendwie blind zu scheinen scheint.

Aufgemuntert wurde dazu Sea-Watch und andere Organisationen zu unterstützen, die Flüchtlinge in Not und vor dem Sterben im Mittelmeer und anderenorts retten.

(Christian Ratz)

 

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