Asta-Veranstaltungsreihe gegen Diskriminierung: Das Festival contre le racisme startet am 21. Oktober

Programmflyer (Bild: Asta)

Erneut veranstaltet der Asta der Uni Mannheim ein zweiwöchiges Festival gegen Rassismus. Das vielfältige Programm mit Workshops, Vorträgen, Ausstellungen und Partys richtet sich vornehmlich, aber nicht nur an Studierende in Mannheim. Die Idee stammt aus Frankreich. Der dortige Dachverband der Studierendenvertretungen veranstaltet solche Festivals seit über zehn Jahren. Dass das Festival in Mannheim in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann, war zunächst gar nicht sicher.

„Rechtspopulisten machen Stimmung gegen die deutsche Einwanderungspolitik und die EU, Präsident Trump träumt davon, eine riesige Mauer an den Grenzen zu Mexiko zu errichten und Präsident Erdogan bezeichnet Mitglieder der deutschen Regierung als Nazis. Auf der Welt passiert gerade viel und einige Entwicklungen zielen eher auf Abgrenzung als auf ein Miteinander und Solidarität ab.“ schreiben die Studierendenvertreter*innen als einleitende Worte. In der Tat ist die Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Rassismus aktueller denn je.

Zum Eröffnungstag am 21. Oktober werden an der Universität zwei Ausstellungen eröffnet. Die Formate “From Syria with Love” und “Nimm Rassismus persönlich” werden ab 14:30 Uhr eröffnet und musikalisch vom Bahnhofshelferchor begleitet, einem gemischten Chor aus Ehrenamtlichen Helfer*innen und Geflüchteten, die sich erstmals über den Umsteigebahnhof Mannheim kennen lernten, der für viele Geflüchtete auf der Reise nach Deutschland eine wichtige Rolle spielte. Weiter gibt es Beiträge des noch jungen arabischen Chors Dafa.

Uni im Schloss (Bild: CC HubiB)

In den kommenden zwei Wochen wird es unter andere einen Workshop gegen rechte Sprüche, Vorträge zu den Themen Handelspolitik, Nazis in der Bundeswehr, Neue Rechte, einen antifaschistischen Stadtrundgang, eine Führung durch die KZ Gedenkstätte, Filmveranstaltungen, Diskussionen und zum Abschluss eine Party mit Live-Musik im JUZ Friedrich Dürr geben. Das gesamte Programm dokumentieren wir weiter unten.

Ob das Festival in diesem Jahr überhaupt wieder stattfinden kann, war zunächst gar nicht sicher. Nach den Ereignissen rund um den G20 Gipfel sahen sich die Asten bundesweit Verdächtigungen ausgesetzt. Die CDU behauptete gar, die Asten hätten in Einzelfällen Gewalttäter nach Hamburg mobilisiert. Theresia Bauer (Grüne) habe daraufhin auf Bestreben der CDU angekündigt, das politische Mandat der Asten aus dem Hochschulgesetz zu streichen (siehe KIM vom 16.08.2017). Was das bedeutet und ob es solche Veranstaltungen, wie das Festival contre le racisme betreffen könnte, ist bisher unklar. Jannik Voellink vom AStA erklärte damals: „Diese Aussage stützt sich in dieser Form nicht auf Fakten, sondern instrumentalisiert die Ausschreitungen, um gegen die in Deutschland vorwiegend links dominierten Asten Stimmung zu machen, die gewissen konservativen und rechten Kreisen schon immer ein Dorn im Auge waren.

Die Studierendenvertreter*innen lassen sich davon aber nicht einschüchtern und veranstalten wie geplant ihr Festival auch im Jahr 2017. Anlass gibt es dafür schließlich genug.

(cki)

Programm
Eine Übersicht gibt es auch auf der Webseite des Asta und bei Facebook

– Samstag, 21.10. ab 14.30 Uhr im Ehrenhof Ost, 1. Stock: Vernissage der Ausstellungen “From Syria with Love” und “Nimm Rassismus persönlich” (in Kooperation mit Amnesty International) & Festivalauftakt mit dem Bahnhofshelferchor Mannheim und dem arabischen Chor “Dafa”, 17.15 Uhr: Interkultureller Gesprächskreis, 18.30 Uhr: Internationales Büffet (in Kooperation mit Visum e.V. und Nice to meet you e.V.)

– Samstag 21.10. bis Sonntag, 29.10.: Ausstellungen “From Syria with Love” und “Nimm Rassismus persönlich”

– Sonntag, 22.10. um 10 Uhr im Sitzungsraum L9,7: Argumentationstraining gegen Rechte Sprüche (Landeszentrale für politische Bildung), Anmeldung erforderlich

– Sonntag, 22.10. um 13 Uhr, Treffpunkt an der Haltestelle Tattersall: Antifaschistischer Stadtrundgang in Kooperation mit VVN-BDA Mannheim (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten)

– Montag, 23.10. um 20 Uhr, O142 Engelhorn Hörsaal: Vortrag “Auswirkungen europäischer Handelspolitik auf Afrika”, Referent Boniface Mabanza

– Dienstag, 24.10. , Einlass um 20 Uhr in L7,3-5 001: Filmvorführung “I am not your negro” (in English)

– Donnerstag, 26.10. um 19 Uhr in O142 Engelhorn Hörsaal: Vortrag “Braunzone Bundeswehr – Neonazis und Neue Rechte in der Bundeswehr”, Referent Christian E. Weißgerber

– Samstag, 28.10. um 11 Uhr im Sitzungraum L9,7: Workshop “Critical Whiteness” (Zugvögel e.V. Mannheim), Anmeldung erforderlich

– Samstag, 28.10. um 19 Uhr in O142 Engelhorn Hörsaal: Vortrag “Neue Rechte/Identitäre Bewegung”, Referentin Kathrin Glösel

– Sonntag, 29.10. um 13 Uhr, Treffpunkt am Marktplatz: Gedenkstättenführung KZ Sandhofen

– Montag, 30.10. um 19 Uhr in O142 Engelhorn Hörsaal: Vortrag und Diskussion “Der NSU – Der Staat – Die Gesellschaft: Vom alltäglichen Rassismus zum “Nationalsozialistischen Untergang””, Referentin Katharina König-Preuss (in Kooperation mit dem Unimagazin)

– Donnerstag, 2.11., Einlass um 20 Uhr in L7,3-5 001: Filmvorführung “Im inneren Kreis”

– Freitag, 3.11. um 19 Uhr in O142 Engelhorn Hörsaal: Lecture “Freedom Hospital”, Editor Hamid Sulaiman

– Samstag, 4.11. ab 21 Uhr im JUZ Friedrich Dürr: Konzert mit Future Family und Pyro One

 

Das könnte Dich auch interessieren...