NPD in Ladenburg nicht willkommen

Die roten Karten gegen rechts

Rhein-Neckar. Mit einem Kleinbus und gerade mal vier Teilnehmern führte die NPD am Freitag, 18.08.2017 zahlreiche Wahlkampfkundgebungen im Rhein-Neckar-Kreis durch. In Ladenburg kam es zu Gegenprotesten. Knapp 50 Personen machten Lärm, als die Nazis vor dem Freibad ihre Reden hielten. Aufgerufen hatte das Bündnis „Wir gegen rechts“ aus Ladenburg und das „Offene Antifa Treffen“ aus Mannheim.

Bereits am Donnerstag bereiste die NPD zahlreiche Gemeinden im Rhein-Neckar-Kreis und führte vor Ort jeweils kleine Kundgebungen durch. Nach eigenen Angaben machten sie Station in Schwetzingen, Hockenheim, Rauenberg, Angelbachtal, Sinsheim, Neckarbischofsheim, Eschelbronn und Leimen. Im Vorfeld wurde diese Form des Wahlkampfes vom NPD Kreisverband diskutiert. Da es nicht realistisch sei, eine größere Personenzahl zu mobilisieren, sollte mit möglichst vielen Veranstaltungen in der ganzen Region Aufmerksamkeit erzeugt werden. Zur Vermeidung von Gegenprotesten wurden die Veranstaltungen möglichst kurz vorher bei den Ordnungsämtern angemeldet und im Vorfeld nicht öffentlich beworben.

Neben dem NPD Kreisvorsitzenden Jan Jaeschke aus Weinheim nahm Jean Christoph Fiedler aus Viernheim teil, der für die NPD an der hessischen Bergstraße kandidiert. Zwei weitere Neonazis unterstützen die Veranstaltung mit einem Kleinbus mit Werbung und Lautsprecheranlage, der ein Kennzeichen aus Brandenburg hatte.

Lautstarker Protest in Ladenburg

Gegendemo vor dem Freibad

Dass die Tour der NPD in Ladenburg Station machen würde, wurde bereits am Mittwoch bekannt. Das Bündnis „Wir gegen rechts“ mobilisierte spontan zum Gegenprotest. Mit roten Karten sollte gegenüber der NPD die Ablehnung aus der Bevölkerung symbolisiert werden.

Bereits vor Ankunft der Nazis hatten sich vor dem Freibad etwa 50 Personen versammelt und begrüßten diese mit Pfiffen, Trillerpfeifen und Rufen. Einige Badegäste schlossen sich dem Protest an und machten auf dem Freibad-Gelände Lärm.

Kaum verständliche Propagandareden

Jan Jaeschke (NPD Rhein-Neckar)

Die NPD versuchte mit zwei persönlich gesprochenen Reden sowie vom Band abgespielten Tonbeiträgen ihre Propaganda zu verbreiten. Es ging um Ausländer, die deutsche Frauen bedrohten, die Gefahr durch den Terror und dass die NPD die einzige Lösung sei. Das übliche. Vieles davon ging sowieso im Lärm der Gegendemo unter. Interessierte Zuhörer gab es keine.

Nach einer halben Stunde war der Spuk dann auch schon wieder vorbei und der Wahlkampftrupp der NPD fuhr weiter. Laut Einsatzleiter der Polizei Weinheim waren die Stationen vor der Stadt Ladenburg Laudenbach und Hemsbach. Im Anschluss sollte es nach Schriesheim, Wilhelmsfeld und Schönau im Odenwald gehen. Auch in anderen Städten soll es zu kleineren spontanen Protesten gegen die NPD gekommen sein.

(red)

 

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NPD in Ladenburg nicht willkommen

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