Solidarität mit den Beschäftigten von XXXL Mannheim!

Am Montag, 1. Februar 2016 verweigerte die Möbelhauskette XXXL ihren 99 Beschäftigten in der Mannheimer Verwaltung des Mann Mobilia-Zentrallagers den Zugang zu ihren – zum Teil seit Jahrzehnten gewohnten – Arbeitsplätzen. Die überraschten und geschockten Beschäftigten wurden von ihrer Arbeit „freigestellt“. Weder Betriebsrat, noch ver.di, noch ein einziger Beschäftigter waren vorher von diesen radikalen Maßnahmen unterrichtet.

Die XXXL Unternehmensgruppe begründete ihr radikales und gesetzwidriges Vorgehen mit einer beabsichtigten Umstrukturierung ihrer Unternehmen, „um näher beim Kunden sein und Lieferzeiten verkürzen zu können“. (Presseinfo XXXL vom 1.2.16) Mindestens der Betriebsrat hätte vorher unterrichtet und es hätte mit ihm beraten werden müssen. Die Nicht-Unterrichtung des Betriebsrates und der Beschäftigten sei im Geschäftsinteresse notwendig gewesen, um keine Verunsicherung bei Kunden auszulösen. Einseitiger kann Profitinteresse kaum begründet werden.

Die vom Verlust ihres Arbeitsplatzes bedrohten Beschäftigten und ihr Betriebsrat erfahren seitdem viel Solidarität aus anderen Betrieben und Gewerkschaften, der Bevölkerung, Politik und Parteien. So kamen am Donnerstag, 4.2., ca. 300 Alstom-Beschäftigte, die selbst von Arbeitslosigkeit bedroht sind und derzeit um ihre Arbeitsplätze kämpfen, zu den vor ihrem Betrieb demonstrierenden XXXL-Beschäftigten.

Weitere Solidarität ist notwendig! Betriebsrat und Beschäftigte brauchen unsere Unterstützung!

Können wir als BürgerInnen und Kunden Druck auf XXXL ausüben? Sind die Parteien und PolitikerInnen gefordert, durch Änderung der Gesetze solche Maßnahmen von Unternehmen zu unterbinden? Was kann wer tun? Wie kann der Arbeitskampf um diese Arbeitsplätze und gegen unternehmerische Willkür geführt werden? XXXL ist kein Einzelfall. Siehe in Mannheim Alstom/GE und Bombardier, Reckitt in Ladenburg.

Der Betriebsrat versucht derzeit mit Unterstützung seines Anwaltes und von ver.di, die Maßnahme zu stoppen. Gleichzeitig fordert er Unterrichtung und Verhandlungen.

Aktueller Termin beim Arbeitsgericht

Am Dienstag dem 16.02.2016 um 10:30 Uhr (Erdgeschoß Saal 3) findet am Arbeitsgericht Mannheim E7, 21 die mündliche Verhandlung über die Maßnahmen der Betriebsänderung statt. Die Verhandlung ist öffentlich.
Kommt zu diesem Termin, die 99 Mann-Beschäftigten brauchen unsere solidarische Unterstützung.

Das Arbeitsgericht Mannheim hat eine erste Entscheidung getroffen: Der Betriebsrat bleibt am Standort Spreewaldallee in Mannheim! Hintergrund der Entscheidung, ist der Versuch der Unternehmensleitung, das Betriebsratsbüro mehrere Kilometer weg vom Unternehmensgelände nach Mannheim-Waldhof zu verlagern.

Gewerkschaftssekretär Stephan Weis-Will: 
„Wir begrüßen die Entscheidung des Mannheimer Arbeitsgerichte, dass der Betriebsrat weiterhin am Standort Spreewaldallee bleibt. Die Beschäftigten müssen ohne Probleme den Betriebsrat besuchen können. Den 99 „freigestellten“ Mitarbeitern tut die Welle der Solidarität in der Region gut, Solidarität ist in so einer Situation auch dringend erforderlich.“

Pressemitteilung ver.di Rhein-Neckar

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