Blockade erfolgreich – Abschiebung in Heidelberg verhindert!

Heidelberg, 24.02.15, 10.30 Uhr. In der Nacht zum Dienstag, dem 24. Februar 2015 versammelten sich in Heidelberg an der Geflüchtetenunterkunft in Heidelberg-Kirchheim (Hardtstraße) 170 Demonstrierende, um gegen die menschenunwürdigen Abschiebungen in sogenannte „sichere“ Herkunftsländer zu protestieren und diese zu verhindern. Die Blockade begann um 1.00 Uhr nachts und dauert aktuell noch an.

Für den Dienstag sind zum wiederholten Mal Sammelabschiebungen aus ganz Baden-Württemberg vom Baden-Airpark geplant. Auch Geflüchtete aus Heidelberg sind davon betroffen. Die Abschiebungen aus der Hardtstraße wurden in der heutigen Nacht jedoch erfolgreich durch eine Blockade verhindert.

Dies ist die erste erfolgreiche Abschiebeblockade in Heidelberg seit den 1990er Jahren. Die 170 Teilnehmenden der Demonstration stellten sich den Polizeikräften mehrmals entgegen und konnten so unterbinden, dass diese das Geflüchtetenheim betreten.

Eine der Teilnehmerinnen, Stefanie Münz, hierzu: „Die Blockade verlief trotz der verschiedenen Taktiken der Polizeikräfte vor Ort – von Beschwichtigungsversuchen über Hinhalten bis hin zu Drohgebärden – ruhig. Und das, obwohl von Herrn Hepp, dem Verantwortlichen des Sozialamts der Stadt Heidelberg, offensichtlicher Wortbruch begangen wurde!“

So wurde den anwesenden Protestierenden und BewohnerInnen zuerst zugesichert, dass heute keine Abschiebungen aus der Hardtstraße stattfinden würden – tatsächlich standen dann um 7.20 Uhr zusätzliche Einsatzfahrzeuge vor der Tür und die Verantwortlichen versuchten mit Hilfe der Polizei, eine Abschiebung durchzusetzen. Dies gelang jedoch nicht.

Münz führt weiter aus: „Wir sind hier, um ein deutliches Zeichen der Solidarität mit den Geflüchteten zu setzen. Wir stehen nicht hinter der menschenverachtenden Abschiebe-Praxis, wie sie in Deutschland zur Zeit praktiziert wird. Diese unwürdigen Abschiebungen bei Nacht und Nebel sollen nicht länger unbemerkt bleiben, sondern öffentlich angeprangert und verhindert werden!“

Die Protestierenden kritisieren die Regelung der sogenannten „sicheren“ Herkunftsstaaten, die es ermöglicht, Menschen aus Serbien, Mazedonien und Bosnien in einem beschleunigten Verfahren abzuweisen, oftmals ohne sorgfältige Prüfung der individuellen Situation der Betroffenen.

Geflüchtete sind willkommen in Heidelberg! Refugees are welcome here!

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