LU bunt statt braun! – Demonstration am 8.2. gegen Kundgebung rechter Hooligans

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1 Antwort

  1. webadmin sagt:

    Im folgenden ein Kommentar unseres Lesers Reinhard (verschoben, da der Kommentar thematisch bei diesem Beitrag deutlich besser aufgehoben ist, als bei “Kontakt”):

    Mannheim, 11.02.2015

    Erfolgreiche Solidaritätskundgebung über den Rhein

    700 Menschen beteiligten sich an der Demonstration von „Mannheim gegen
    Rechts“

    Am 08.Februar wollten in unserer Schwesterstadt Ludwigshafen rechte
    Hooligans des Vereins „Gemeinsam stark Deutschland e.V.“ eine
    Demonstration durchführen. Der Verein in Gründung, ein Abspaltung der
    HogeSa (Hooligans gegen Salafisten), wollte am Jahrestag der ersten
    Demonstrationen von Hooligans gegen den salafistischen Prediger Pierre
    Vogel in Mönchengladbach, unter positiver Bezugnahme auf die
    rassistischen Hogesa-Krawalle kurz darauf in Mannheim, eine
    Machtdemonstration ihrer Bewegung in Ludwigshafen vollziehen.

    Dies misslang gründlich!

    Schon im Vorfeld wurde die Mobilisierung der Hooligans durch das
    begrüßenswerteVerbot der Demonstration durch die Stadt Ludwigshafen
    gestört. Nachdem dann, in einer juristischen Auseinandersetzung das
    Oberverwaltungsgericht Koblenz der Stadt Ludwigshafen das
    Demonstrationsverbot bestätigte, blieb den gewaltbereiten Hooligans und
    Nazislediglich eine stationäre Kundgebung am ohnehin unattraktiven
    Ludwigshafener Hauptbahnhof. Auch der Auftritt der Nazi-Band „Kategorie
    C“ blieb verboten.

    Die Demonstration von Mannheim gegen Rechts, so hatten wir uns im
    Bündnis beim letzten Plenumstreffen verständigt, war einerseits Ausdruck
    derSolidarität und Unterstützung mit den antirassistischen
    Gegenprotesten in Ludwigshafen – wie dem Bürgerfest am Theaterplatz und
    den weiteren Kundgebungen- andererseits wollten wir allen
    Mannheimer*innen und allen Menschen aus der Region eine sichere
    Möglichkeit bieten, nach Ludwigshafen zu kommen, da immer damit zu
    rechnen ist, dass Hooligans und Nazis mit Gewalt gegen
    Antifaschist*innen vorgehen.

    Dieses Ziel verfolgten mit uns 700 Menschen, dies werten wir als Erfolg
    unserer Mobilisierung.

    In Ludwigshafen wurde der Demonstrationszug aus Mannheim vor dem
    Ludwigshafener Gewerkschaftshaus begeistert empfangen und es schlossen
    sich der Demonstration ca. 120 Kolleg*innen vom Netzwerk gegen rechte
    Gewalt und Rassismus Ludwigshafen-Vorderpfalz an, die mit uns gemeinsam
    die letzten Meter durch die Kaiser-Wilhelm-Straße zum Theaterplatz
    gingen, wo unsere Demonstration endete und in das dort stattfindende
    Bürgerfest „LU bunt statt braun“ überging. Zu jeder Zeit stand die
    Demonstrationsleitung von „Mannheim gegen Rechts“ in Kontakt mit der die
    Demonstration begleitenden Polizeiführung, ohne dass es im Verlauf der
    Veranstaltung zu irgendwelchen Konfrontationen gekommen wäre.

    Einige Teilnehmer*innen der Demonstration wollten ihre Ablehnung gegen
    Rassismus und Neonazismus nicht aus der Ferne bei einem Bürgerfest
    kundtun, sondern sich in Hör- und Sichtweite den Hooligans
    entgegenstellen. Entgegen einiger Kommentare und Darstellungen, die
    vermuten lassen eine Menge (je nach Bericht zwischen 100 und 200)
    „gewaltbereite Linksautonome“ seinen „los gestürmt“, waren – wie man uns
    später berichtete – unter denjenigen, die sich näher an die Kundgebung
    der Hooligans und Nazis bewegen wollten, viele junge Menschen aus völlig
    unterschiedlichen politischen Gruppen und Parteien.

    Die Forderung, in Hör- und Sichtweite der Nazis, RassistInnen und
    FaschistInnen zu demonstrieren, gehört auch in Mannheim und in vielen
    anderen Städten zur Praxis im Widerstand gegen Nazis und
    RassistInnen.Bisher gab es in Mannheimkeine Probleme, mit der
    Ordnungsbehörde und der Polizei solche Orte auszuhandeln. Auch Blockaden
    von Aufmärschen der Nazis konnten in Mannheim mit breiter
    gesellschaftlicher Beteiligunggemeinsam gelingen. Zum Beispiel
    blockierten am 16. Februar 2013 viele Menschen den Zugang der Nazis auf
    dem Alten Messplatz zu ihrem Kundgebungs-Käfig. Am Ende der
    Protestaktion lobte der Einsatzleiter der Polizei das friedliche und
    besonnene Verhalten der Nazi-Gegner*innen.Am 1. Mai 2012 zogen im
    Anschluss an eine Demonstration tausende Menschen durch die Straßen
    Neckaraus in Richtung der NPD-Kundgebung und äußertenlautstark ihren
    Protest, ohne dass es dabei zu Problemen mit der Polizei kam.

    Aus Ludwigshafen wurde uns berichtet, dass vor allem junge Menschen
    festgenommen wurden, während ältere Demonstrant*innen leichter in
    Richtung Hauptbahnhof kamen und es dort durchaus möglich war,
    antirassistischen Protest in Sicht- und Hörweite der Hooligans zu
    äußern. Einem Großteil der Festgenommenen werden nicht Gewalttaten,
    sondern der Aufenthalt in Bahnhofsnähe, abseits der genehmigten
    Kundgebungsorte vorgeworfen.

    Wir halten den Wunsch, sich rassistischen Aufmärschen direkt und
    lautstark entgegenzustellen für ebenso wichtig und berechtigt , wie sich
    einem Bürgerfest anzuschließen – konfrontativ und vielfältig im
    Dagegensein, aber gewaltfrei. Darin besteht ein Grundkonsens im Bündnis
    Mannheim gegen Rechts.

    Mannheim gegen Rechts
    Orga-Team

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